Damit Salzburg zukunftsfit bleiben kann

Totale von Backstagebereich aus

Im Veranstaltungsreigen des Seebrunner Kreises bildet der traditionelle Empfang der Salzburger Vordenker-Vereinigung den Höhepunkt. Über 200 Mitglieder – darunter viele namhafte Unternehmerinnen und Unternehmer sowie hochrangige Gäste aus Kultur und Verwaltung – waren am 22. Oktober in die Panzerhalle gekommen, um zu hören, welche Vorhaben Salzburgs neue Landeshauptfrau Karoline Edtstadler vorantreiben will. Ihre Kernbotschaft: „Es geht mir darum, die Dinge zu verändern!“

Ringen um das Wohlstandsmodell Österreichs

„Der Wunsch nach Orientierung, nach Dialog und nach positiven Impulsen ist in diesen Zeiten stärker denn je“, stellte Philipp Schmölzer, der Kurator des Seebrunner Kreises, in seiner Begrüßung fest. Der Seebrunner Kreis sei dafür der ideale Rahmen – er mache sich für eine Kultur des Ermöglichens stark. „Wir bringen Menschen zusammen, die nicht sudern, sondern handeln“, erklärte Schmölzer. „Diese Lust auf Zukunft ist es, die den Seebrunner Kreis trägt.“
Er dankte anlässlich des Empfangs allen, die diesen Weg mitbeschreiten – den Mitgliedern und Partnern, insbesondere jenen, die den Seebrunner Kreis das ganze Jahr über unterstützen, wie dem Raiffeisenverband Salzburg, der Porsche Holding, der Salzburger Sparkasse, der Spar AG und der Palfinger AG.

Kurator auf der Bühne

Philipp Schmölzer, Kurator des Seebrunner Kreises, beschwor die Notwendigkeit eines positiven Zukunftmindsets und dem Willen zur Veränderung sowie zum Handeln.

Nicht immer mehr, sondern immer besser

Dass der Vordenker-Klub in seinen Reihen viele Persönlichkeiten mit Kompetenz und Weitblick vereint, bewiesen die inhaltlichen Impulse, die Mitglieder des Vorstandes und des Seebrunner Kreises als Denkanstöße präsentierten. Christina König, Finanzvorstand bei der Snow Space Salzburg Bergbahnen AG und Vorstandsmitglied des Seebrunner Kreises, erinnerte an die Pionierleistungen im Tourismus, der seit Jahrzehnten für Wohlstand und Beschäftigung sorge: „Dieser Pioniergeist ist heute wieder gefragt!“
Längst gehe es im Tourismus nicht mehr um „immer mehr“, sondern um „immer besser“. Jahrelange Genehmigungsverfahren für Seilbahnprojekte verhinderten aber letztlich Investitionen und Wertschöpfung.

Dominik Engel, Rektor und Geschäftsführer der Fachhochschule Salzburg, ermöglichte einen Blick auf Salzburgs Hochschullandschaft: „Wir kooperieren gut am Standort Salzburg.“ Engel nannte als Beispiel einen von FH und Universität gemeinsam getragenen Lehrstuhl für Cyber-Security. Eng sei auch die Zusammenarbeit der FH mit Salzburger Unternehmen in der Forschung: „Wir müssen Innovationen schaffen, die bei uns bleiben – und nicht nach China gehen!“

Bewegte Zeiten

„Der Wunsch nach Orientierung, nach Dialog und nach positiven Impulsen ist in diesen Zeiten stärker denn je“, stellte SBK-Kurator Philipp Schmölzer fest.

Warnung vor einer „Staatswirtschaftsfalle“

Manfred Rosenstatter, CEO der Alumero-Gruppe, Vizepräsident der WKS und Mitglied im Vorstand des Seebrunner Kreises, sah Österreich angesichts einer Staatsquote von mittlerweile über 56 % in einer „Staatswirtschaftsfalle“: Während zwischen 2023 und 2025 in der Industrie über 36.500 Arbeitsplätze abgebaut wurden, nahm die Beschäftigung im öffentlichen Bereich um 51.000 Arbeitskräfte zu. Nun brauche es eine Fokussierung auf staatliche Kernaufgaben – vor allem auf Sicherheit, Bildung und Innovation. „Die Redimensionierung, die derzeit in der Wirtschaft stattfindet, müssen wir auch dem Staat abverlangen“, forderte Rosenstatter.

LHF Mag. Karoline Edtstadler auf der Bühne

Landeshauptfrau Karoline Edtstadler gab den Mitgliedern des Seebrunner Kreises in ihre Pläne für Salzburg.

Kreislaufwirtschaft – keine grüne Pflicht, sondern Zukunftsstrategie

Andreas Gruber, Chef der AG Consulting und Experte für Pflege, verwies auf die enormen demografischen Umbrüche. Doch dürfe man die Alterung der Gesellschaft nicht nur als Problem betrachten. Gruber schlug einen Perspektivenwechsel vor – weg von einem scheinbaren Gegensatz zwischen Jung und Alt, hin zu einer neuen Definition von sozialem Wohlstand: „Jung und Alt lösen gemeinsam die Probleme!“

Florian F. Iro, stellvertretender Kurator des Seebrunner Kreises und CEO der Erdal GmbH (Werner & Mertz-Gruppe), sprach schließlich über eine „Zukunftsstrategie, die heute schon funktioniert – die Kreislaufwirtschaft“. Dabei gehe es nicht um Recycling-Tonnen, Umweltauflagen oder Verzicht. Iro betonte: „Kreislaufwirtschaft ist keine grüne Pflicht – sie ist eine wirtschaftliche Strategie für Standort- und Versorgungssicherheit.“ Sie schaffe wieder Kontrolle über knappe Ressourcen und Kosten. „Wer heute Ressourcen im Kreis führt, führt morgen Märkte an.“

Fit in die Zukunft

„Ich werde alles tun, damit Salzburg zukunftsfit bleiben kann“, betonte LHF Karoline Edtstadler.

Mutig nach vorne gehen

Höhepunkt des Abends war schließlich die Keynote von Karoline Edtstadler, die seit Juli 2025 als neue Landeshauptfrau Salzburgs im Amt ist. Sie ließ keinen Zweifel daran, dass Wirtschaft und Innovation in der Landesregierung weiterhin einen hohen Stellenwert einnehmen werden. „Ich werde alles tun, damit Salzburg zukunftsfit bleiben kann“, betonte Edtstadler. Sie signalisierte Tatkraft und Entschlossenheit, neue Akzente zu setzen: „Es geht mir darum, die Dinge zu verändern – dazu gehört es, mutig nach vorne zu gehen.“

Die Landeshauptfrau will in mehreren Bereichen Salzburg festigen und ausbauen: Sicherheit, Wirtschaft, Tradition, Kultur und Innovation. In der Sicherheit gehe es ihr nicht nur um innere Sicherheit, sondern auch um stabile Rahmenbedingungen für die Wirtschaft. Ein zentrales Thema sei der Bürokratieabbau: „Es reicht nicht, mit dem erhobenen Finger nach Brüssel zu zeigen. Vieles an Bürokratie ist hausgemacht.“ Deshalb habe Edtstadler als eine der ersten Maßnahmen eine Taskforce eingesetzt, die überflüssige Vorschriften auf Landesseite identifizieren soll.

Sie strebt außerdem eine Reform der Aufgabenteilung zwischen Ländern und Bund an. Ihr Vorschlag, die Gesundheitskompetenzen an den Bund abzugeben und im Gegenzug die Bildungsagenden vollständig an die Länder zu delegieren, sei als „Beispiel für offenes Denken“ zu verstehen.

Edtstadler will zudem Klartext sprechen: „Für mich kommt Klarheit vor Harmonie. Ich nehme es auf mich, auch unangenehme Botschaften zu verbreiten.“ Wirtschaft und Naturschutz dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. „Es muss wieder ein gutes Miteinander geben“, forderte sie – mit dem Ziel, überlange Verfahren zu reduzieren. „Nur durch Wirtschaft, Arbeit und Leistung entstehen Wohlstand und soziale Sicherheit. Ich möchte Salzburg zum Biotop für Unternehmen machen!“

So klang der Empfang 2025 des Seebrunner Kreises bei vielen guten Gesprächen und kulinarischen Überraschungen in Zuversicht aus – in der Gewissheit, dass Salzburg als eines der wirtschaftlich führenden Bundesländer mit Nachdruck den Weg in eine prosperierende Zukunft verfolgt. An der Spitze des Landes: eine Landeshauptfrau, die sich den Herausforderungen stellt und entschlossen Fortschritte für den Standort erzielen will.