Damit die Räder richtig rollen

Sattelzug von Quehenberger auf einer Brücke in Bergkulisse.

Sie liefern Güter für die europäische Industrie „just in time“ – und zum Unternehmen in der Nachbarschaft. Sie versorgen unter anderem den Modehandel mit Nachschub, beliefern in Wien die dm-Filialen mittels E-Fahrzeugen, verschiffen Container, beladen Flugzeuge, betreuen die komplette Lagerwirtschaft für große Unternehmen – das und noch einiges mehr leistet Quehenberger Logistics mit Hauptsitz in Straßwalchen. Eine der Schlüsselkräfte in diesem Salzburger Unternehmen mit traditionsreichem Namen ist Vorstand Klaus Hrazdira, Chief Operating Officer (COO) und Mitglied des Seebrunner Kreises. Er sorgt dafür, dass in der komplexen Welt des Gütertransports alle Quehenberger-Räder so rollen, wie sie sollen.

An der Erfolgsgeschichte von Quehenberger Logistics entscheidend mitgewirkt

Klaus Hrazdira ist mit Leib und Seele Teil der „Red Family“ – und das seit vielen Jahren. Die Wurzeln der Erfolgsgeschichte von Quehenberger Logistics reichen dabei weit in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts zurück. Was 1983 mit der R. Quehenberger Spedition des legendären Austria-Salzburg-Präsidenten Rudolf Quehenberger begann, ist heute einer der wichtigsten und größten Logistikkonzerne Österreichs und Osteuropas.

„Ich war von Anfang an bei Quehenberger dabei“, schildert Klaus Hrazdira seine beeindruckende Logistikkarriere. 1996 startete der studierte Agraringenieur als General Manager für Luft- und Seefracht bei der Rudi Quehenberger Spedition, stieg zum Vorstandsvorsitzenden der Quehenberger Logistik AG auf und wechselte nach der Übernahme durch die Thiel-Gruppe in den Vorstand der Thiel Logistik bzw. der Logwin. Parallel dazu bauten Christian Fürstaller, Rodolphe Schöttel und Rudi Quehenberger in mehreren Schritten einen starken österreichischen Logistikanbieter auf, übernahmen das Österreich-Netzwerk sowie die osteuropäischen Netze der Logwin AG und schufen die „Quehenberger Logistics“. 2013 holten sie den international erfahrenen Klaus Hrazdira zurück, der zwischenzeitlich bei anderen Logistikunternehmen – unter anderem als CEO bei Hellmann Perishable Logistics – tätig gewesen war.

Seitdem hat sich das Unternehmen unter der Führung von Fürstaller, Schöttel und Hrazdira mit zahlreichen Übernahmen und Innovationen stetig weiterentwickelt. Seit 15 Jahren firmiert das umfangreiche Portfolio unter der international renommierten Marke „Quehenberger Logistics“. Die Marke steht für einen Logistikkonzern mit über 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in elf Ländern, 64 Standorten und einem Umsatz von 594 Millionen Euro (2024). In zahlreichen Märkten hat sich Quehenberger Logistics eine führende Marktposition erarbeitet.

Porträt von Klaus Hrazdira

COO Klaus Hrazdira ist seit 2013 Mitglied des Konzernvorstands von Quehenberger Logistics.

Internationales Umfeld

"Logistik ist ein spannendes Thema. Man hat mit Menschen auf der ganzen Welt zu tun.“, so Hrazdira.

Das Geschäft läuft rund um die Uhr

„Logistik ist ein spannendes Thema. Man hat mit Menschen auf der ganzen Welt zu tun“, erläutert Klaus Hrazdira seine Motivation. „Jeden Tag passiert etwas, das Geschäft läuft rund um die Uhr, man ist immer gefordert.“ Und das beschreibt auch seine Aufgabe als COO: „Meine Leute und ich sorgen für den technischen und praktischen Ablauf der Transporte, der Lagerhaltung, der Unternehmensprozesse in der Logistik sowie für Produktentwicklung und Vertrieb – und das in vier europäischen Regionen.“

Hrazdira berichten führende Produkt- und Vertriebsmanager aus den Regionen Österreich–Deutschland, Polen–Slowakei, Tschechien–Ungarn sowie Kroatien–Serbien–Montenegro–Bulgarien–Rumänien. Unter seine Verantwortung fallen direkt und indirekt rund 3.000 der derzeit 4.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Quehenberger Logistics. Gemeinsam koordinieren sie rund 3.000 Fahrzeuge im Fuhrpark, davon werden 90 % von Subunternehmen im Auftrag von Quehenberger Logistics eingesetzt.

Dass Quehenberger Logistics noch über 250 eigene Lkw verfügt, ist laut Hrazdira in der Branche eher die Ausnahme, stellt für das Unternehmen aber einen wichtigen Puffer dar, wenn andere Fahrzeuge ausfallen. Viele große Logistikunternehmen besitzen überhaupt keine eigenen Fahrzeuge mehr, sondern kaufen Transportleistungen zu – ein Hinweis auf die hohe Komplexität des Logistikgeschäfts.

LKW-Flotte von Quehenberger.

Quehenberger Logistics verfügt – im Unterschied zu vielen Logistikunternehmen – noch über eine eigene Lkw-Flotte.

Lückenlose Transparenz

„Wir haben von Anfang an auf Qualität gesetzt“, erzählt Hrazdira, der alle technologischen Entwicklungsschritte der vergangenen Jahrzehnte mitgestaltet hat. „Anfänglich waren wir noch sehr manuell unterwegs, führten zahllose Telefonate und kommunizierten mit den Fahrern über Pager.“ Heute können Unternehmen und Kunden über eine digitale Plattform in Echtzeit abrufen, wo und wie sich ein Transport gerade befindet. Alle notwendigen Dokumente sind digital verfügbar, die Touren sind vorgestaltet, Lkw sowie Luft- und Seefrachten per GPS verfolgbar, und die Qualität jedes Transports wird über spezifische KPIs gemessen. „Durch unsere hohe Effizienz haben wir klare Marktvorteile. Die lückenlose Transparenz ist dem Kunden auch etwas wert.“

Kein Wunder also, dass Quehenberger Logistics, das kontinuierlich in Digitalisierung investiert hat, nun auch Künstliche Intelligenz einsetzt. Eine eigene KI-Abteilung integriert KI gezielt in die B2B-Prozesse. „Wir setzen KI dort ein, wo sie zur Maximierung der Leistung beitragen kann“, berichtet Hrazdira. Dabei werden KI-Agenten in bestehende Benutzeroberflächen eingebunden, um im aktuellen Change-Prozess („Quehenberger 5.0“) eine hohe Akzeptanz in der Mitarbeiterschaft zu erreichen.

Bereits heute kommt KI etwa in der Auftragserfassung sowie bei der Laderaumsicherung und Leerraumvermeidung mittels KI-Kameras zum Einsatz. Weitere Anwendungen – etwa ein KI-Chatbot in der Kommunikation mit Transporteuren – befinden sich als Pilotprojekte in der Pipeline. „Wir wollen unsere bestehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für höherwertige Aufgaben freispielen. Gleichzeitig ist es auch für uns schwierig, neue Fachkräfte zu finden. Die KI soll diese Lücken schließen“, verweist Klaus Hrazdira auf den Nutzen der KI-Projekte.

Laptopbildschirm welcher Einsatz von KI-Software zeigt.

Mit KI-Kameras wird der Frachtraum der Lkw von Quehenberger Logistics effizient beladen und gesichert.

Die Sprache der Kunden verstehen

Das Geschäft wird zunehmend anspruchsvoller, Spezialisierung war und ist daher angesagt: Quehenberger Logistics hat sich frühzeitig vom klassischen Einzelstückgut-Transporteur zum Spezialisten für maßgeschneiderte Kundenlösungen in Branchen wie Retail, Fashion, Reifen, Automotive sowie Lebensmittel, Getränke und Fast Moving Consumer Goods entwickelt. „Wir setzen auf ein starkes Key-Account-Management. Wir verstehen die jeweilige Sprache unserer Kunden“, erklärt Hrazdira. Ein starkes Standbein bildet die kundenspezifische Kontraktlogistik, also die Abwicklung kompletter Logistikströme eines Unternehmens – von der Lagerbereitstellung bis zum Transport in die Werke oder an den Point of Sale.

Dass dabei Nachhaltigkeit nicht zu kurz kommt („Wir haben Kunden, die großen Wert darauf legen“), zeigt unter anderem die Umstellung der gesamten eigenen Lkw-Flotte auf den klimafreundlichen Kraftstoff HVO. Zudem sind in Wien vollelektrische Lkw im Einsatz, die dm-Filialen beliefern.

Lagerhalle von Quehenberger.

Stark in der Kontraktlogistik: Quehenberger Logistics verfügt über 828.700 m² Umschlags- und Warehouse-Fläche.

Der Kunde im Mittelpunkt

„Wir setzen auf ein starkes Key-Account-Management. Wir verstehen die jeweilige Sprache unserer Kunden.“, so der COO von Quehenberger Logistics.

Seit 2023: „Best of Both“

In herausfordernden Zeiten bündelt man besser seine Kräfte: Seit Mai 2023 gehört Quehenberger Logistics zur deutschen Geis-Gruppe, die 66 % der Anteile übernommen hat. 34 % hält weiterhin der bisherige Mehrheitseigentümer Christian Fürstaller. Es ist eine Wunschpartnerschaft auf Basis langjähriger Zusammenarbeit unter dem Motto „Best of Both“: Quehenberger Logistics bringt seine starke Verankerung in Ost- und Südosteuropa ein, die Geis-Gruppe den Zugang zu westeuropäischen Märkten. Während das Salzburger Unternehmen als Vorreiter in Digitalisierung und Automatisierung gilt, weist die Geis-Gruppe nach eigenen Angaben einen hohen Grad an Effizienz und Nachhaltigkeit auf. Gemeinsames Ziel ist es, Wachstum und Logistik zukunftsweisend weiterzuentwickeln.

Für Hrazdira ist damit ein verlässlicher Weg in die Zukunft für Quehenberger Logistics geebnet. Zeit seines Berufslebens war er Teil eines dynamischen Unternehmens, das stets Maßstäbe in der Logistik gesetzt hat. „So war es für mich naheliegend, Mitglied im Seebrunner Kreis zu werden. Der Anspruch dieses Kreises, als Vordenker Beiträge zur Zukunftsbewältigung zu liefern, gefällt mir.“

Fotos: Quehenberger Logistics