Ein Nahversorger für Rohstoffe und einiges mehr
:focal())
2025 schufen sich die bekannten Salzburger Sand- und Kieswerke, die in mehr als 50 Jahren zu einer Unternehmensgruppe mit zahlreichen Beteiligungen angewachsen war, ein neues Fundament. Die Firmengruppe wurde unter dem Dach der Holding „Rudimentum GmbH“ zusammengefasst. „Rudimentum“ kommt aus dem Lateinischen, bedeutet so viel wie Versuch oder Probe und bezeichnet ein Anfangsstadium, das zu Größerem führt. Man kann Rudimentum ebenso mit „Rohstoff“ übersetzen, womit die Kernkompetenz der Gruppe auf den Punkt gebracht wird. „Denn Rohstoffe sind unsere Leidenschaft“, erklärt Josef Eder jun., einer der vier Geschäftsführer des Unternehmens, das sich unter einem neuen Dach die nächsten Ziele setzt.
Auch wer nicht mit in der Baubranche zu tun hat, kennt die Salzburger Sand- und Kieswerke (SSK), die 1971 von den drei Gesellschafterfamilien Berger, Eder und Webersberger gegründet wurde. Auch zahllose Salzburger Häuslbauer dürften in den vergangenen fünf Jahrzehnten Schotter und Beton von der „Sand und Kies“ bezogen haben. Das Unternehmen, das sich von Anbeginn als Nahversorger für Sand, Kies sowie seit 1978 für Transportbeton versteht, ist seit langem ein fest etablierter Teil der österreichischen Bau- und Rohstoffbranche – und das in beachtlicher Größe!
Basis für den weiteren Ausbau
Im Laufe der Firmengeschichte ist die Sand-und-Kies-Gruppe auf 17 Partnerbetriebe angewachsen, an denen sie mehrheitlich beteiligt ist. Sie verfügt über mehr als 20 Standorte in ganz Österreich sowie ein Werk in Bayern. Mittlerweile zählt das Unternehmen 600 Beschäftigte. Die SSK fungierte dabei lange als operative Einheit und nahm zugleich eine holdingähnliche Funktion für die gesamte Gruppe wahr. Doch Wachstum und Expansionsstrategien machten eine Neuordnung notwendig: „Wir wollten Klarheit für unsere Kunden, Partner und Mitarbeiter“, begründet Josef Eder jun. die strategische Weichenstellung des Vorjahres.
Mit der Holding „Rudimentum“ setzte das familiengeführte Unternehmen 2025 einen organisatorischen Neuanfang – und legte die Basis für den weiteren Ausbau der erfolgreichen Gruppe. Dort ist mittlerweile die dritte Generation am Ruder: Josef Eder jun. („Ich war schon mit 13 in der Werkstatt unterwegs und hab mit 19 den ersten Betrieb geführt“) ist neben Stefan Hofer, Hannes Hofer und Johann Eder einer von vier Geschäftsführern der Rudimentum-Gruppe.
:focal())
Rohstoffe sind ihre Leidenschaft: Die Geschäftsführer der RUDIMENTUM-Gruppe (im Bild von links) Stefan Hofer, Josef Eder jun., Hannes Hofer und Johann Eder.
Unter dem Dach der Holding wurden zentrale Funktionen wie IT, Logistik, kaufmännische Verwaltung, Genehmigungswesen und HSE sowie Organisations- und Mitarbeiterentwicklung gebündelt. Mit der Gründung der RUDIMENTUM Service entstand zudem ein neues Kompetenzzentrum für Instandhaltung und Lehrlingsausbildung. Damit wird die Betreuung des gesamten LKW- und Baumaschinen-Fuhrparks sowie die mechanische und elektrische Instandhaltung gruppenweit sichergestellt. Nicht zuletzt soll die Neuorganisation den Weg in neue Märkte ebnen.
Kerngeschäft und neue Bereiche
So entstand ein neues, tragfähiges Fundament für eine breite Palette an Produkten und Dienstleistungen aus dem Kerngeschäft sowie neuen Geschäftsfeldern: Gefördert und geliefert werden Sand, Kies, Splitt, Gestein, Schotter, Dolomit und Gips. Zudem erzeugt und liefert die Gruppe Transportbeton und andere Baustoffe. „Bei uns kann man den Beton am Vortag per Telefon oder App bestellen. Die Logistik dahinter ist volldigitalisiert. Wir liefern dann genau zum bestellten Zeitpunkt - in Innenstädte genauso wie bis zur letzten Liftstütze am Berg.“ Stolz ist man im Unternehmen auch darauf, den CO2-ärmsten Beton Österreichs zu produzieren.
Ein wesentlicher Entwicklungsschritt und zugleich eine Zukunftsperspektive war der Einstieg in die Gewinnung von Industriemineralien wie Gips, der unter anderem in der Zuckererzeugung zur Entwässerung der Rüben eingesetzt wird, oder Dolomit. „Unser Dolomitsand wird bei der Herstellung jeder dritten Getränkeflasche in Österreich benötigt“, berichtet Josef Eder jun., der übrigens nicht nur einen Masterabschluss für Wirtschaft vorweisen kann, sondern auch eine Ausbildung zum Werkmeister für mineralische Rohstoffe der Montanuniversität in Leoben.
:focal())
Rohstoffe sind ihre Leidenschaft: Die Geschäftsführer der RUDIMENTUM-Gruppe (im Bild von links) Stefan Hofer, Josef Eder jun., Hannes Hofer und Johann Eder.
Blick von oben
„Unsere Steinbrüche und Abbaustätten – 14 an der Zahl – sieht man nur mit Google Earth.“, so Josef Eder jun.
Hohe Kompetenz in der Renaturierung und im Recycling
Doch entscheidend ist es heute vor allem, wie Rohstoffe gewonnen werden. „Unsere Steinbrüche und Abbaustätten – 14 an der Zahl – sieht man nur mit Google Earth“, erklärt Josef Eder. „Unsere Rohstoffgewinnung findet stets hinter einer Kulisse aus Natur statt. Wir betreiben schon sehr lange die Kunst, Rohstoffe zu gewinnen, ohne andere dabei zu stören.“ Dadurch hat sich das Unternehmen auch eine hohe Kompetenz in der Renaturierung erarbeitet und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet, etwa für die Renaturierungsprojekte in der Antheringer Au oder in Mauterndorf im Lungau. „Wir haben das Ziel, nach dem Abbau neuen natürlichen Lebensraum zurückzugeben – auch und besonders für die kommenden Generationen“, betont Josef Eder jun., Vater von fünf Kindern, mit Nachdruck.
:focal())
RUDIMENTUM ist zum Experten in Sachen Renaturierung geworden. Dafür wurde Rudimentum mehrfach ausgezeichnet, etwa für die Renaturierungsprojekte in der Antheringer Au.
Generationendenken
„Wir haben das Ziel, nach dem Abbau neuen natürlichen Lebensraum zurückzugeben – auch und besonders für die kommenden Generationen.“, so Josef Eder jun.
Stark unterwegs ist man, wie erwähnt, auch im Recycling – und das seit 35 Jahren. „Wir beschäftigen uns schon lange damit, wie man Abbruchmaterialien etwa von Gebäuden oder Straßen so aufbereitet, dass man damit Primärrohstoffe ersetzen kann.“ Baurestmassen, etwa jüngst beim neuen Landesverwaltungszentrum in der Stadt Salzburg, werden fachgerecht abtransportiert und recycelt. Wenn Mitte September nun die Erneuerungsarbeiten bei den Salzburger Festspielen samt Kavernenbau im Mönchsberg beginnen, wird auch das Konglomeratgestein abtransportiert und daraus neuer Rohstoff gewonnen. „Wir transportieren und behandeln große Volumen – das ist unser Geschäft!“, sagt Josef Eder jun. Die Transportwege werden dabei stets optimiert, um CO2 zu sparen. Teile der Lkw-Flotte werden mit dem Kraftstoff HVO aus organischen Reststoffen betrieben. Ebenso wie die Steinbrüche und Schottergruben sind auch die Wiederaufbereitungsanlagen schwer einsehbar.
So hat sich das Unternehmen vom Salzburger Sand-, Kies- und Betonunternehmen unter der neuen Dachmarke Rudimentum zu einer familiengeführten Rohstoff- und Baustoffgruppe entwickelt – mit vielversprechenden Zukunftsperspektiven. Denn so heißt es programmatisch in der Firmenphilosophie von Rudimentum: „Wir probieren, erproben und verfeinern mit Neugierde und Entdeckerfreude.“ Darauf kann man bauen!
GEMEINSAM STARK VERBUNDEN
RUDIMENTUM – Begeisterung für Rohstoff