Birgit Maier: Hellwach, innovativ und bodenständig
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"Wir schrecken vor nichts zurück!", stellt Birgit Maier fest. Dieses heimliche Motto kennzeichnet das Bramberger Unternehmen Holzbau Maier recht gut. Seit 57 Jahren findet sich das Holzbauunternehmen an vorderster Stelle, wenn es um modernen Holzbau mit Anspruch geht. Und nicht zurückgeschreckt ist Birgit Maier selbst, die nach der HTL für Hochbau und einem Architekturstudium im Jahr 2000 als geschäftsführende Gesellschafterin ins Familienunternehmen eingestiegen ist. Gemeinsam mit ihrer Schwester Gundi Maier leitet sie das 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter starke Unternehmen in einer Branche, in der in der Regel Männer das Sagen haben.
Birgit Maier: Hellwach, innovativ und bodenständig
Wobei die Furchtlosigkeit vor schwierigen Aufgaben eine zweifache ist. So setzte man zum Beispiel nach einem Konzept des Architekten Chris Precht (Pfarrwerfen) das Tiny House „Bert“ um, ein Stück Ausnahme-Architektur, das auch die Holzbaufachleute von Holzbau Maier in der Umsetzung technisch stark gefordert hat. Die ersten „Berts“ wurden bereits errichtet, etwa für die bekannte Wirtsfamilie Reitbauer vom Wirtshaus Steirereck am Pogusch. Genau so stellt man sich die Zukunft eines in die Natur integrierten Holzbaus vor, der innen wie außen und hohe technische Fertigkeit beweist. „Wir versuchen immer, auch herausfordernde Projekte umzusetzen“, erzählt Birgit Maier: „Wir lernen dabei stetig an der Praxis“.
Das führte das Unternehmen zu vielen auch internationalen Erfolgen. Zwar liegt der Hauptmarkt in Salzburg, Tirol und Deutschland, Holzbau Maier verkaufte aber auch schon Häuser in die Schweiz oder in die USA. Gebaut wurde ebenso in Korea, Japan, Italien und jüngst Albanien. Exportiert wurde der Holzbau aus dem Hause Maier in insgesamt 12 Länder. Angeboten wird die ganze Palette des Holzbaus, im privaten wie dem öffentlichen Bereich, bis hin zu Inneneinrichtungen.
Mit 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist Holzbau Maier auch das größte Unternehmen der Holzbaubranche Salzburgs. Dass man 2020 auch zum besten Familienunternehmen Salzburgs gekürt wurde, spricht auch für eine Vorzeige-Arbeitskultur im Unternehmen: „Denn genau das sind wir, eine große Familie. Das Besondere an unserem Betrieb ist unser Team!“
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Gundi und Birgit Maier (rechts) führen seit dem Jahr 2000 Salzburgs größten Holzbaubetrieb mit 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Foto: Holzbau Maier
Herausforderungen als Chance
"Wir versuchen immer, auch herausfordernde Projekte umzusetzen. Wir lernen dabei stetig an der Praxis", so Birgit Maier.
Weiter automatisieren und digitalisieren
Doch wie bleibt man an der Spitze? „Wir stecken mittendrin in der nächsten Stufe der Digitalisierung“, erzählt die Technik-Chefin des Unternehmens. Das Ziel ist eine tiefgreifende Vernetzung aller am Bau Beteiligten, von Architekten bis zum Bauleiter, von der Fertigung bis zu den Tischlern und Zimmerleuten am Bau und letztlich den Kunden. Gearbeitet wird an einer cloudbasierten Plattform, in der sämtliche Projektschritte für alle einsichtbar sind.
Aber auch in der Fertigung zeichnet sich der nächste Innovationsschritt ab: Um die oft kostentreibenden Einflussfaktoren auf der Baustelle zu verringern, muss der Grad der Vorfertigung erhöht werden, damit die Errichtung selbst schneller und billiger abgewickelt werden kann. Dies bedingt weitere Investitionen in die Automatisierung der Fertigungsabläufe. Zusätzlich investiert das Unternehmen auf 2000 m2 gerade in eine neue Tischlerei am Firmengelände, um technisch am neuesten Stand zu sein. Im Holzbau selbst geht es sehr stark in den Hybridbau, also dem Einsatz von Holz- oder Wandelementen in Stahlbetonkonstruktionen. Wobei für Birgit Maier angesichts von Klimaschutz und Nachhaltigkeit die Verwendung von Holz durch die CO2-Bindekraft des Werkstoffes die Zukunft des Bauens darstellt: „Der notwendige Klimaschutz ist ein großer Treiber für unsere Branche“.
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Die Vorfertigung von Riegelholzwänden hilft Zeit und Kosten zu sparen. Foto: Holzbau Maier
Eine große Familie
“Denn genau das sind wir, eine große Familie. Das Besondere an unserem Betrieb ist unser Team!", so die Vordenkerin aus dem Pinzgau.
Das „Riesenthema“ Fachkräftemangel lösen
Natürlich bleibt auch Holzbau Maier von der derzeitigen Rezession Im Baubereich nicht unbeeinflusst. Zwar ist derzeit die Errichtung von Einfamilienhäusern nahezu weggebrochen, da das Unternehmen aber schon bisher viel für Hotellerie, Landwirtschaft und andere Sektoren gearbeitet hat, kann die konjunkturelle Senke in der Bauwirtschaft gut abgefedert werden.
Das drängendste Thema ist allerdings der Mangel an Fachkräften, erklärt Birgit Maier: „Wir versuchen alles, um Lehrlinge zu gewinnen“. Hier müsse die Politik noch mehr Anstrengungen unternehmen. Die Unternehmerin empfiehlt aber auch eine gründliche Reform der Arbeitslosenversicherung, um mehr Menschen in Beschäftigung zu bringen. „Die Regelungen beim Arbeitslosengeld muss man komplett überdenken!“, fordert Birgit Maier. Und nicht zuletzt war es mit den Behörden, den vielen Verfahren und vielen Förderrichtlinien auch schon einfacher. „Wir müssen das jetzt mit Reformen angehen, dann können wir alle wieder mehr Gas geben!“. Birgit Maier ist übrigens seit zwei Jahren Mitglied des Seebrunner Kreises: „Es ist gut, dass sich jemand für den Mittelstand engagiert und sich die Unternehmen vernetzen!“.
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Das Produktionsareal von Holzbau Maier in Bramberg. Foto: Holzbau Maier
Reformbedarf
Maier sieht dringenden Veränderungsbedarf: „Die Regelungen beim Arbeitslosengeld muss man komplett überdenken!“